Viele Unternehmen beginnen nicht mit einem ausgearbeiteten Businessplan, großen Produktionsräumen und umfangreicher Finanzierung. Manchmal steht am Anfang lediglich die Beobachtung, dass sich ein alltägliches Produkt besser machen ließe. Bei Wunderwunsch war es ein Frühstücksbrettchen. Celina Rewel und Toni Lösche störten sich an den wenig ansprechenden Brettchen, die Celinas kleiner Bruder verwendete. Aus der Suche nach einer schöneren Alternative entwickelte sich während der Corona-Zeit eine Geschäftsidee.
Die Voraussetzungen waren zunächst überschaubar. Ein Laser für rund 300 Euro, ein Platz im Ankleidezimmer der gemeinsamen Wohnung und die Idee, Produkte für Kinder mit Namen und Motiven individuell zu gestalten, bildeten die Grundlage. Einige Jahre später verfügt Wunderwunsch über eine eigene Manufaktur und ein breites Sortiment personalisierter Baby- und Kinderprodukte.
Die Geschäftsidee entstand im eigenen Familienalltag
Die Entstehung von Wunderwunsch war eng mit dem persönlichen Umfeld der beiden Gründer verbunden. Celina Rewels kleiner Bruder aß regelmäßig von Frühstücksbrettchen, deren Gestaltung Celina und Toni wenig überzeugte. Statt lediglich nach einer anderen Variante zu suchen, entstand die Idee, solche Produkte selbst schöner und persönlicher zu gestalten. Die Verbindung aus einem praktischen Alltagsgegenstand und einer individuellen Personalisierung wurde zum Ausgangspunkt des späteren Unternehmens.
„Wir haben gesehen, dass aus einem ganz normalen Gegenstand etwas Besonderes werden kann, wenn Gestaltung und Personalisierung zusammenkommen“, sagt Celina Rewel. „Am Anfang ging es gar nicht darum, daraus möglichst schnell ein großes Unternehmen aufzubauen. Wir fanden die Idee einfach gut und wollten ausprobieren, was daraus entstehen kann.“ Der Zeitpunkt war ungewöhnlich. Die Gründung fiel in die Corona-Zeit, in der viele gewohnte Abläufe stillstanden und sich zugleich neue Möglichkeiten im Onlinehandel eröffneten.
Ein Laser im Ankleidezimmer als erste Produktionsstätte
Für den Start benötigten Celina Rewel und Toni Lösche keine große Werkstatt. Die ersten Produkte entstanden in ihrer Wohnung. „Wir haben unser Business mit dem ersten Laser für ungefähr 300 Euro im Ankleidezimmer gestartet“, erinnert sich Toni Lösche.
Mit dem Gerät konnten die beiden zunächst Frühstücksbrettchen personalisieren. Der begrenzte Platz bestimmte dabei zwangsläufig die Möglichkeiten. Von einer späteren Manufaktur mit unterschiedlichen Veredelungsverfahren war das junge Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt. Gerade dieser einfache Anfang prägt die Geschichte von Wunderwunsch bis heute. Statt zunächst umfangreiche Strukturen aufzubauen, konzentrierten sich die Gründer auf das Produkt und darauf, wie gut ihre Idee bei Kunden ankam.
Dabei ergänzten sich auch ihre unterschiedlichen beruflichen Hintergründe. Toni Lösche brachte als ausgebildeter Mechatroniker technisches Verständnis mit. Celina Rewel beschäftigte sich durch ihr Studium im Bereich Online-Marketing mit der digitalen Vermarktung.
„Mit der Mischung aus Brett und Personalisierungsidee ist eigentlich Wunderwunsch entstanden.“ – Toni Lösche, Mitgründer von Wunderwunsch
Aus einem einzelnen Produkttyp entwickelte sich nach und nach die Idee, Personalisierung auf weitere Artikel für Babys und Kinder zu übertragen.
Aus Frühstücksbrettchen wurde ein breites Sortiment
Heute lässt sich die ursprüngliche Idee noch immer im Sortiment erkennen, obwohl Wunderwunsch längst wesentlich mehr als personalisierte Frühstücksbrettchen anbietet. Zu den Produktgruppen gehören unter anderem Erinnerungskisten, Nachtlichter, Rucksäcke für die Kita und personalisierte Brotdosen. Auch die Stapelwelt-Produkte und insbesondere die Abenteuerbrücke zählen zu den Artikeln, auf die das Unternehmen einen besonderen Fokus legt.

Daneben verbindet Wunderwunsch eigene Produkte mit Artikeln bekannter Marken. Je nach Produkt können diese anschließend individuell gestaltet werden. Dadurch ist im Laufe der Zeit ein Sortiment entstanden, das unterschiedliche Anlässe und Lebensphasen von Familien abdeckt. Die ursprüngliche Idee blieb dabei dieselbe: Ein Produkt soll nicht allein durch seine Funktion überzeugen, sondern durch Namen und Gestaltung einen persönlichen Bezug erhalten.
„Für uns war irgendwann klar, dass wir nicht einfach immer mehr beliebige Produkte anbieten möchten“, erklärt Celina Rewel. „Die Artikel müssen zu Wunderwunsch passen und zu dem Anspruch, etwas Persönliches für Kinder und Familien zu schaffen.“
Mit dem Sortiment wuchsen auch die technischen Möglichkeiten
Der erste Laser aus dem Ankleidezimmer reicht für das heutige Sortiment längst nicht mehr aus. Mit dem Unternehmen entwickelten sich deshalb auch die Produktionsmöglichkeiten weiter. In der eigenen Manufaktur nutzt Wunderwunsch mittlerweile verschiedene Verfahren. Neben der Laserbearbeitung gehören dazu unter anderem UV-Druck, Stickerei und Sublimation. Welches Verfahren eingesetzt wird, hängt vom jeweiligen Produkt und Material ab.
Auch die Gestaltung wurde professionalisiert. Zum Unternehmen gehört eine eigene Designerin, die Motive speziell für Wunderwunsch entwickelt. Dazu zählen beispielsweise handgezeichnete Aquarellillustrationen mit Löwen, Hasen oder Bären. Eine eigene Produktfotografin setzt die fertigen Artikel anschließend in passenden Umgebungen in Szene. Damit deckt Wunderwunsch heute zahlreiche Schritte selbst ab, die beim Start des Unternehmens noch nicht vorhanden waren.
Die Entwicklung zeigt gleichzeitig, wie stark sich ein Geschäftsmodell verändern kann, ohne dass seine ursprüngliche Idee verloren gehen muss. Die technische Ausstattung ist umfangreicher geworden, der Grundgedanke der individuellen Gestaltung ist geblieben.
Wunderwunsch soll mehr als ein austauschbarer Onlineshop sein
Mit zunehmendem Sortiment stellte sich für die Gründer auch die Frage, wie Wunderwunsch langfristig wahrgenommen werden soll. Personalisierte Produkte werden heute von zahlreichen Händlern angeboten. Allein die Möglichkeit, einen Namen auf einen Artikel zu drucken oder zu gravieren, reicht deshalb kaum aus, um eine eigenständige Identität aufzubauen.
Für Toni Lösche liegt ein wichtiger Unterschied im Zusammenspiel vieler Details. Eigene Motive, Produktfotografie, die Auswahl der Artikel und die Verpackung sollen zusammen eine erkennbare Handschrift ergeben. „Unser Ziel ist es, Wunderwunsch wirklich als Marke zu etablieren und nicht einfach nur ein austauschbarer Shop zu sein“, sagt Lösche. Dazu gehöre für ihn auch die Liebe zum Detail.
Dieser Gedanke reicht bis zur Verpackung. So verwendet das Unternehmen beispielsweise Juteschnüre und Anhänger, die nach dem Auspacken als Lesezeichen weitergenutzt werden können. Was zunächst wie eine Kleinigkeit erscheint, gehört für die Gründer zum Gesamterlebnis. Die Personalisierung soll nicht isoliert auf einem einzelnen Produkt stattfinden, sondern Teil eines wiedererkennbaren Markenauftritts sein.
Vom Experiment zum Unternehmen mit eigener Manufaktur
Die Geschichte von Wunderwunsch zeigt, dass der Ausgangspunkt eines Unternehmens erstaunlich unspektakulär sein kann. Am Anfang standen weder eine große Produktionshalle noch ein umfangreiches Sortiment. Es waren ein alltägliches Problem, eine Idee und ein günstiger Laser.
Entscheidend war, dass Celina Rewel und Toni Lösche die ursprüngliche Idee weiterentwickelten. Aus Frühstücksbrettchen wurden unterschiedliche Baby- und Kinderprodukte. Zum ersten Laser kamen weitere Produktionsverfahren hinzu. Eigene Illustrationen, professionelle Produktfotografie und eine eigene Manufaktur erweiterten Schritt für Schritt die Möglichkeiten.
Geblieben ist der Kern der ursprünglichen Geschäftsidee: Produkte, die ohnehin zum Familienalltag gehören, durch individuelle Gestaltung persönlicher zu machen. Damit erinnert die Entstehung von Wunderwunsch auch daran, dass Unternehmensgründungen nicht immer mit einer spektakulären Erfindung beginnen müssen. Manchmal genügt zunächst die Frage, ob sich ein bereits vorhandenes Produkt ein wenig besser, schöner oder persönlicher gestalten lässt.
Wer aus einem besonderen Anlass ein persönliches Geschenk machen möchte, findet bei Wunderwunsch heute weit mehr als die Frühstücksbrettchen, mit denen alles begann.
Das Sortiment reicht von Erinnerungskisten und Nachtlichtern bis zu personalisierten Begleitern für Kita und Familienalltag.