Gibt es Alternativen zu Schmerzmitteln bei chronischen Beschwerden?

Gibt es Alternativen zu Schmerzmitteln bei chronischen Beschwerden?

Schmerz ist tückisch: Gelegentliche Rückenschmerzen können sich im Laufe der Zeit zu einer ständigen Plage entwickeln, die das Treppensteigen zur Qual und längere Spaziergänge unmöglich macht.

In Deutschland nehmen vier Millionen Menschen regelmäßig Schmerzmittel, um ihren Alltag bewältigen zu können.

Die gute Nachricht für viele Betroffene lautet, dass es eine Reihe von Möglichkeiten gibt, chronische Beschwerden zu behandeln. Fachleute wissen heute, dass Bewegung, Entspannung, Mentaltraining und andere Therapieformen einen wichtigen Beitrag dazu leisten können.

Wie chronische Schmerzen funktionieren

Akute Schmerzen haben eine Aufgabe: Sie warnen vor Verletzungen oder Krankheiten und verschwinden wieder, wenn die Ursache behoben ist. Chronische Schmerzen halten dagegen sehr viel länger an. Oft bleiben sie bestehen, obwohl das ursprüngliche Problem längst verschwunden ist.

Das Nervensystem verändert sich im Laufe der Zeit. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem Schmerzgedächtnis.

Manchmal entsteht ein Teufelskreis: Schmerzen führen zu Schonhaltungen, Bewegungsmangel und Stress, was wiederum die Beschwerden verstärkt.

Bewegung statt Schonhaltung

Wer unter Schmerzen leidet, versucht verständlicherweise, belastende Bewegungen zu vermeiden. Langfristig kann das jedoch zu noch unangenehmeren Folgen führen: Muskeln bauen ab, Gelenke werden unbeweglicher und der Körper verliert an Stabilität.

Gezielte Bewegung ist deshalb ein wichtiger Teil einer modernen Schmerztherapie. Besonders erfolgreich sind individuell abgestimmte Programme. Physiotherapeuten wenden Übungen an, die den Körper kräftigen, ohne ihn zu überlasten.

Entspannung beeinflusst Schmerzen

Stress und Schmerzen verstärken sich gegenseitig. Wer unter dauerhaften Beschwerden leidet, schläft schlechter, ist angespannter und reagiert empfindlicher auf Belastungen. Auch psychischer Stress kann das Schmerzempfinden erhöhen.

Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Meditation oder Yoga durchbrechen diesen Kreislauf.

Natürlich verschwinden die Schmerzen nicht über Nacht. Viele Anwender solcher Methoden lernen jedoch, besser mit ihnen umzugehen und den Beschwerden nicht ständig Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Rolle der Psyche

Das Gehirn beeinflusst maßgeblich, wie stark man Schmerzen wahrnimmt. Deshalb gehört die psychologische Schmerztherapie heute zu vielen Behandlungskonzepten. Die Betroffenen lernen Strategien, mit den Belastungen besser umzugehen und negative Denkmuster zu durchbrechen.

Die kognitive Verhaltenstherapie zählt hier zu den am besten untersuchten Verfahren.

Wärme, Kälte und andere physikalische Verfahren

Auch einfache Maßnahmen können erstaunlich wirksam sein. Wärme entspannt die Muskulatur und eignet sich zur Linderung von Rückenschmerzen oder Muskelverspannungen. Kälte hilft eher bei Entzündungen oder Schwellungen.

Daneben kommen Verfahren wie Elektrotherapie, Ultraschallbehandlung und Massagen zum Einsatz.

Ernährung und Lebensstil

Auch der Lebensstil wirkt sich auf chronische Schmerzen aus. Übergewicht belastet die Gelenke und die Wirbelsäule. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Pflanzenölen unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann Entzündungsprozesse hemmen.

Ebenso wichtig ist genug Schlaf. Wer schlecht schläft, nimmt Schmerzen intensiver wahr.

Cannabis als neue Behandlungsoption

In manchen Fällen eignet sich medizinisches Cannabis als Bestandteil einer Schmerztherapie. Es wirkt nicht bei allen Schmerzarten gleich gut. Die wissenschaftliche Studienlage spricht vor allem bei chronischen Nervenschmerzen und spastischen Beschwerden für einen möglichen Nutzen. Wie stark die Wirkung ausfällt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

In Deutschland sind mehrere Hundert Sorten Cannabisblüten erhältlich. Sie unterscheiden sich unter anderem in ihrer Zusammensetzung der enthaltenen Cannabinoide und Terpene. Inzwischen haben sich viele Apotheken auf diese Form der Versorgung spezialisiert.

Warum eine Kombination oft am besten funktioniert

Chronische Schmerzen haben selten nur eine einzige Ursache. Dementsprechend gibt es normalerweise auch keine einzelne Maßnahme, die alle Beschwerden beseitigt.

Viele Schmerztherapeuten setzen deshalb auf ein multimodales Behandlungskonzept. Dabei kombiniert man verschiedene Ansätze: Bewegung, Physiotherapie, psychologische Unterstützung, Entspannungsverfahren und Medikamente.

Geduld gehört zur Therapie

Wer lange unter Schmerzen leidet, wünscht sich natürlich eine schnelle Lösung. Doch chronische Schmerzen verschwinden nicht sofort. Es braucht Zeit, verschiedene Behandlungsansätze auszuprobieren und den individuell passenden Mix zu finden.

Kleine Fortschritte sind deshalb nicht zu unterschätzen. Wenn längere Spaziergänge wieder möglich sind, der Schlaf besser wird oder der Alltag weniger belastend erscheint, ist das bereits ein wichtiger Erfolg.

Schmerzmittel bleiben auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Medizin. Sie können akute Beschwerden wirksam lindern, haben jedoch oft starke Nebenwirkungen. Vor allem bei chronischen Schmerzen lohnt sich deshalb ein Blick auf die genannten alternativen Verfahren.

Quellen

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/details/gebrauch-von-apothekenpflichtigen-nicht-verschreibungspflichtigen-analgetika-in-der-erwachsenen-bevoelkerung-in-deutschland

https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/medizinische-schmerzbehandlung/schmerz-und-physiotherapie

https://www.gesundheitsinformation.de/multimodale-schmerztherapie-und-kognitive-verhaltenstherapie-bei-chronischen-rueckenschmerzen.html

https://flowzz.com/cannabis-apotheke-online