Augen unter Dauerstress: Was Bildschirmarbeit wirklich mit unserem Sehvermögen macht

Augen unter Dauerstress: Was Bildschirmarbeit wirklich mit unserem Sehvermögen macht

Morgens das Smartphone, tagsüber der Laptop, abends das Tablet: Wer heute arbeitet, verbringt einen Großteil seiner wachen Stunden vor leuchtenden Displays. Für die Augen bedeutet das eine Dauerleistung, die sie in dieser Form eigentlich nicht kennen. Das Ergebnis sind brennende, gerötete oder müde Augen am Abend, manchmal begleitet von Kopfschmerzen oder einem leichten Verschwommensehen. Viele Menschen gewöhnen sich an diese Beschwerden so sehr, dass sie sie gar nicht mehr als Warnsignal wahrnehmen.

Was beim Starren auf den Bildschirm passiert

Normalerweise blinzelt ein Mensch etwa 15-mal pro Minute, ein Reflex, der den Tränenfilm erneuert und die Hornhaut feucht hält. Vor dem Bildschirm sinkt diese Rate auf drei bis fünf Mal pro Minute. Der Tränenfilm trocknet aus, die Augenoberfläche reizt sich. Was viele als harmlose Müdigkeit abtun, ist das sogenannte Computer Vision Syndrom, kurz CVS, das heute zu den häufigsten arbeitsbedingten Augenproblemen zählt.

Hinzu kommt die anhaltende Fokussierung auf eine gleichbleibende, kurze Distanz. Die kleinen Augenmuskeln, die für das Scharfstellen zuständig sind, bleiben stundenlang in derselben Anspannung, ohne die beim natürlichen Sehen üblichen Wechsel zwischen Nah und Fern. Diese monotone Belastung kann zu Verspannungen führen, die sich als dumpfer Schmerz hinter den Augen oder an den Schläfen bemerkbar machen.

Die 20-20-20-Regel: Einfach, aber wirkungsvoll

Augenärzte und Optiker empfehlen seit Jahren eine Faustregel, die überraschend einfach ist: Alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden auf ein Objekt blicken, das mindestens 20 Fuß, also etwa sechs Meter, entfernt ist. Diese kurze Pause erlaubt es der Augenmuskulatur, sich zu entspannen und dem Tränenfilm, sich zu regenerieren. Wer täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm verbringt, tut seinen Augen mit dieser Gewohnheit einen erheblichen Gefallen.

Weitere Maßnahmen, die den Augen im Alltag helfen:

  • Den Bildschirm in einem Abstand von mindestens 50 bis 70 Zentimetern aufstellen, damit die Augen nicht dauerhaft auf Nahdistanz fokussieren müssen.
  • Den Monitor seitlich zum Fenster positionieren, um störende Reflexionen und direkte Lichtquellen im Blickfeld zu vermeiden.
  • Die Bildschirmhelligkeit dem Umgebungslicht anpassen, sodass der Bildschirm weder deutlich heller noch deutlich dunkler als der Raum wirkt.
  • Ausreichend trinken, da der Körper für die Tränenproduktion auf eine gute Flüssigkeitszufuhr angewiesen ist.
  • Bewusst blinzeln, insbesondere bei konzentrierter Arbeit, um die Hornhaut regelmäßig zu befeuchten.

Wenn die Beschwerden anhalten

Bleiben die Symptome trotz dieser Maßnahmen bestehen, kann das ein Hinweis auf eine unkorrigierte oder nicht ausreichend korrigierte Fehlsichtigkeit sein. Gerade Menschen, die leicht kurz- oder weitsichtig sind, merken das im Alltag oft kaum. Erst wenn die Augen über Stunden stark gefordert werden, macht sich ein unentdeckter Sehfehler durch Beschwerden bemerkbar. Hier hilft nur ein professioneller Sehtest, der Klarheit schafft.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet bei Zeiss Vision Care ausführliche Tipps zur Augengesundheit, die über die reine Bildschirmnutzung hinausgehen und das gesamte Spektrum gesunden Sehens beleuchten.

Wer sich generell für Gesundheitsthemen interessiert, findet auf story.de weitere informative Artikel zu Körper und Wohlbefinden, die praktische Tipps für den Alltag liefern.

Die richtige Sehhilfe macht den Unterschied

Die richtige Sehhilfe macht den Unterschied

Nicht jede Brille, die für den normalen Alltag gut funktioniert, ist automatisch auch für die Bildschirmarbeit geeignet. Gleitsichtbrillen zum Beispiel erfordern eine bestimmte Kopfhaltung beim Lesen, die am Computer zu Nacken- und Rückenproblemen führen kann. Eine speziell angepasste Bildschirmbrille hingegen ist auf den typischen Arbeitsabstand optimiert und kann die Belastung erheblich reduzieren. Wer bisher noch keinen aktuellen Sehtest gemacht hat oder unsicher ist, ob seine Sehhilfe noch passt, ist bei einem erfahrenen Fachbetrieb gut aufgehoben. Die Optiker eyes + more mit ihrer Beratungskompetenz helfen dabei, die passende Sehhilfe für den Arbeitsalltag zu finden und bieten moderne Sehanalysen an, die auch die spezifischen Anforderungen der Bildschirmarbeit berücksichtigen.

Die gute Nachricht ist: Die meisten Beschwerden durch Bildschirmarbeit lassen sich mit einfachen, konsequent angewendeten Gewohnheiten deutlich lindern. Wer seinen Augen regelmäßig kleine Pausen gönnt, auf einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz achtet und seine Sehkraft professionell überprüfen lässt, kann auch nach einem langen Arbeitstag vor dem Monitor mit klaren und erholten Augen in den Abend starten.